Wohnheim
Das letzte Großprojekt des EWF in Lajedão war der Bau eines Wohnhauses. Die Idee für diesen Bau entstand, als deutlich wurde, dass mehrere junge Männer Lajedão zu früh verlassen würden, wenn sie weiter in ihren Wohnsituationen leben müßten.
Luiz Situation sei stellvertretend berichtet: Luiz kennt seinen Vater nicht und keiner weiß, wo dieser sein könnte. Seine Mutter ist gestorben, als er fünf Jahre alt war. Danach lebte er mit seinen Großeltern zusammen, die er durch eine Supermarkttätigkeit ernähren musste. Nachdem seine Oma sich mit Benzin übergossen hatte und in den Flammen umkam, wohnt er heute bei seiner Tante und deren Ehemann, ihren 6 Kindern und seinem Großvater; 9 Personen in drei Räumen. Luiz geht nur nach Hause, wenn alle schlafen und irrt bereits ab 4 Uhr in der Früh wieder durch die Straßen Lajedãos. Er ist als einziger erwachsener Mann seiner Familie noch nicht im Gefängnis gewesen. Ein Klima zum Aufwachsen, das wahrlich nicht unterstützend ist...
Jedoch hat Luiz sich eine gewisse Selbstsicherheit durch die Unterstützung, die er als Tagesheimkind erfahren hat, erworben.
Luiz hat seinen Schulabschluss erworben und lebt heute in Südbrasilien. Für diesen Mann war der Umzug in das Wohnheim eine Chance aus der Vergangenheit eine Brücke in eine positive Zukunft schlagen zu können.
Mit der Zeit wurde jedoch deutlich, dass die jungen Männer im Wohnheim eine „Führung" brauchen.
Vor einigen Wochen zog nun, wiederum aus der Not heraus, die Sekretärin des Tagesheimes, Suely Maria dos Santos nebst ihrer Familie, in ein Zimmer des Wohnheimes. Eine glückliche Fügung. Denn während Suely als Hausmutter den jungen Männern und kurzfristig untergebrachten Kindern die benötigte Nestwärme gibt und ihnen Rechte und Pflichten vermittelt, übernimmt ihr Mann Hausmeisteraufgaben und die Familie sichert zudem das Wohnheim gegen Eindringlinge.
Aber das Wohnheim hat noch eine weitere Mission zu erfüllen. Es ist die des kulturellen Austausches! Deshalb gibt es ein Gästezimmer, das von Jedem der Interesse an der Arbeit und den Menschen vor Ort hat, genutzt werden kann.
Das Haus bietet also die Möglichkeit auf die unterschiedlichsten Situationen schnell und angemessen reagieren zu können.
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