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Lajedao

Die Ureinwohner Lajedãos waren die "Nanuques Indios". Die ersten Kolonialisten kamen erst im 20. Jahrhundert in den Ort. Durch landwirtschaftliche Entwicklung und Rodung von Tropenholz entstand ein Ort namens Sitio Pedra da Floresta. Aufgrund eines nahegelegenen Felsen wurde der Ort dann aber in das heutige Lajedãos umbenannt. Lajedão wurde 1962 zur eigenständigen Stadt ernannt.

Seit dem sind Landwirtschaft und Rinderzucht die Haupteinnahmequelle der Stadt. Es gibt bis heute keine Industrie und die landwirtschaftlichen Erträge sind abhängig vom Wetter und von marktpolitischen Entwicklungen.

Die Kinder des Tagesheimes kommen aus den Ortsteilen, in denen es kein fließend Wasser gibt, ein Stromanschluss nicht die Regel ist und auch nicht jede Behausung über Kanalisation verfügt. Ein wirklich armes Viertel.

In Lajedão gibt es vier Schulen. Dazu gehören drei Grundschulen und eine Schule, die zur Mittleren Reife führt. (In Brasilien gibt es kein Gymnasium, die Schüler müssen nach der Mittleren Reife eine Prüfung machen, um auf die Universität gehen zu können). 70 % der Einwohner von Lajedão sind nicht krankenversichert und dadurch auf externe Hilfe angewiesen. Die medizinische Zuwendung für die bedürftige Bevölkerung wird in Brasilien von den Gemeinden übernommen. Doch reichen in Lajedão die Gemeindegelder nicht für eine komplette Übernahme aus. Fazit: viele Einwohner verfügen nicht über eine ausreichende medizinisch und hygienische Grundversorgung.

Die Umgebung von Lajedão hat sich enorm verändert. Seit dem Ethanol als erneuerbare Energie in Brasilien gefördert wird, nutzen auch die Bauern des Ortes ihre Felder vorrangig zum Anbau von Zuckerrohr. Damit hält ein schnelleres und weltzugewandtes Klima Einzug im Ort. Allerdings: die Leute aus Lajedão finden Arbeit. Sie arbeiten im Akkord bei der Zuckerrohrernte mit. Es ist eine harte und körperlich sehr anstrengende Arbeit für die Menschen. Trotzdem sind mittlerweile die Hälfte der Angehörigen der Tagesheimkinder in die Arbeiten der Zuckerrohrplantagen und Destillerien zur Gewinnung von Ethanol involviert.

Exkurs: „Zwischen zwölf und achtzehn Monaten braucht das Zuckerrohr, um die erste Reife zu erreichen, dann kann es in weiteren fünf Jahren jährlich geschlagen werden, bis sich seine Kraft erschöpft. Eine ‚Bewässerung ist nicht vonnöten, das Klima fördert das Wachstum wie nirgendwo sonst. Der Most aus der Alkoholproduktion dient als Dünger, der Einsatz von Pestiziden ist geringer als bei Zitrusfrüchten, Soja oder Kaffee. Die Felder schlucken mehr Kohlendioxid, als ihr Destillat verursacht, sie verringern damit den Klimaeffekt, und wenn bei der Herstellung von Ethanol ein Liter Öl verloren geht, entsteht achtmal so viel an Energie aus nachwachsendem Rohstoff. Und jetzt wächst das grüne Meer, es bedeckt Hügel und Täler, (…).“ Zitat aus www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag;art 2566,2207199



 

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July 29. 2010 08:57:36
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